Praxis-Info an den Schönungsteichen Theuern zur koordinierten Kormoranvergrämung

Die Teilnehmer zu dem Treffen kamen aus den Bereichen der Vils, vom Fensterbach und der Lauterach; sie sind Jäger, Angelfischer oder Teichwirte und mehrfach ebenfalls Jäger.

Sie haben an ihren Gewässern oder Teichen erlebt, welche Auswirkungen die Einflüge der zahlreichen Kormorane haben. Ihre Erfahrungen: Die Bemühungen, die Schäden durch Strukturverbesserungen zu reduzieren bzw. durch Besatzmaßnahmen auszugleichen, reichen nicht aus, die Fischbestände zu erhalten.

Christian Rudolf gab fachkundig Praxistipps zur Abwehr der Vögel weiter und stellte zusammen mit Jörg Hinterberger den besonderen Gewässerbereich des Treffpunkts vor. Dieser dient verschiedenen Fischarten als Brutstätte und Kinderstube.


Luftaufnahme – eine der Inseln in den Schönungsteichen

Christian Rudolf ist Begehungsscheininhaber in dem Revier und erklärte, wie wichtig es sei, die genauen Einflugschneisen der Kormorane zu kennen, in welchen diese immer wieder einfliegen.


Ohne Deckungen der Jäger erspähen sie die Kormorane schon von Weitem, drehen ab und kommen im unbeobachteten Zeitpunkt wieder

Bild3: ohne Deckungen der Jäger erspähen sie die Kormorane schon von Weitem, drehen ab und kommen im unbeobachtetem Zeitpunkt wieder.

In dieser Schneise hatten die beiden Deckungen und Unterstände aufgebaut und sich selbst mit Tarnkleidung ausstaffiert.

Dazu waren Attrappen – ob schwimmend, stehend oder auf Baumästen aufsitzend, im Gelände aufgebaut. Sie erhöhen die Chancen, dass sich die Wasserraben vertrauter in Schussdistanz niederlassen.

Attrappen

Im Austausch der Teilnehmer wurde klar, dass es der Fischzustand in unseren Gewässern erfordert, die zig-fachen Einflüge möglichst frühzeitig abzuwehren. Dabei ist ein funktionierende Beobachtungs- und Meldesystem notwendig. An diesem Tag gab es Meldungen von über 100 Vögeln im Umfeld. Wenn das Melden funktioniert, ist aber eine regelmäßige, wiederkehrende An- und Absprache zwischen dem verantwortlichen Fischereiberechtigten und der Jagd zwingend notwendig.

Der Gesetzgeber hat dafür gesorgt, dass eine Bejagung fast überall örtlich und zeitlich möglich ist, mit begründeten Anträgen kann sogar für „Sperrgebiete“ eine Ausnahmegenehmigung erfolgreich beantragt werden.

Klares Ergebnis des Treffens war: Kormoranbejagung ist nicht einfach und erfordert großen Aufwand.

Eines wurde auch deutlich angesichts einer Vielzahl von diversen Entenarten, Schwänen und hunderten von Gänsen, welche unbeeindruckt über die Köpfe der Veranstaltungsteilnehmer in die Schönungsteiche einflogen: Bei einer koordinierten Bejagung gibt es keine Kollateralschäden.

Bilder und Text: ehrenamtlicher Kormoranberater Hans-Hermann Lier