Blaualgen in Fischteichen und Badegewässern
An immer mehr Gewässern werden in den letzten Wochen Blaualgen gesichtet. Teilweise haben die Gemeinden auch Badeverbote ausgesprochen. Doch was sind die Ursachen?
Die Cyanobakterien (Blaualgen) sind ein natürlicher Bestandteil des Phytoplanktons im Gewässer. Zur problematischen Blüte kommt es, wenn mehrere Bedingungen zusammentreffen: hohe Wassertemperaturen, viel Licht, wenig Durchmischung und ein Überangebot an Nährstoffen, vor allem Phosphor und Stickstoff.
Die wichtigste Ursache ist ein Überangebot an Phosphat und Nitrat aus der Landwirtschaft, das durch Starkregenereignisse und die damit verbundene Abschwemmung aus den Äckern verstärkt wird.
Der Klimawandel verschärft die Situation: Längere Hitzeperioden erwärmen das Wasser und schaffen damit günstige Wachstumsbedingungen. In warmen, ruhigen und nährstoffreichen Gewässern können sich Cyanobakterien innerhalb kurzer Zeit massenhaft vermehren.
Auch das Gleichgewicht im Gewässer spielt eine Rolle. Gibt es zu viele Weißfische, fressen sie große Mengen Zooplankton, die normalerweise Algen und Cyanobakterien abweiden. Weniger Zooplankton bedeutet deshalb mehr Algen. Ein hoher Weißfischbestand kann eine Blaualgenblüte somit indirekt begünstigen.
Ein weiterer Faktor v.a. an Badeseen sind Zigarettenkippen. Sie belasten Gewässer nicht nur mit Nikotin, Metallen und weiteren Schadstoffen, sondern fördern indirekt das Wachstum der Blaualgen da diese Stoffe natürliche Gegenspieler der Cyanobakterien hemmen (Untersuchung des Leibniz-Institut für Gewässerökologie und Binnenfischerei).
Toxizität von Blaualgen
Nicht alle Blaualgen sind giftig. Einige Cyanobakterienarten können jedoch Cyanotoxine bilden – in Deutschland kommen vor allem leberschädigende Microcystine vor, seltener auch Nervengifte wie Anatoxin und das Lebergift Cylindrospermopsin.
Bei Hautkontakt können Rötungen, Ausschlag und Reizungen von Augen und Schleimhäuten auftreten. Wird belastetes Wasser verschluckt, drohen Übelkeit, Erbrechen und Durchfall; bei hoher Aufnahme sind Leber- oder Nervenschäden möglich. Besonders gefährdet sind Kleinkinder, Hunde und andere Haustiere, weil sie beim Spielen beziehungsweise Trinken relativ viel Wasser aufnehmen.
Eine akute Vergiftung ist vor allem dort möglich, wo sich die Cyanobakterien zu dichten Teppichen konzentrieren. Deshalb gilt: Bei sichtbaren Blaualgen, trüb-grünem oder rotem Wasser oder einer behördlichen Warnung nicht baden, kein Wasser verschlucken und Hunde fernhalten.


Bilder: Teich bei Regenstauf (W. Feuerer) und Regen bei Lappersdorf (G. Eder)







