Eine gute Ausbildung von angehenden Angelfischern ist  wichtig.

Bislang erfolgte dies in Vorbereitungslehrgängen  als Präsenzkurs, nach Auftreten  von Corona war dies nicht mehr  möglich.

Inzwischen hat die Prüfungsbehörde  auch das Abhalten von Kursen mit      Online-Teil und Präsenz-Teil , mit bestimmten Kernanforderungen, zugelassen.

Im Rahmen eines Pilotprojektes wurde dies mit einer kleinen Zahl von Interessenten am Jahresanfang 2021 gestartet.

Auch in der Oberpfalz haben sich Kursanbieter gefunden und bereits erste Kurse über Videokonferenzen durchgeführt.

Aber wichtig: die Staatliche Fischerprüfung kann nur dann abgelegt werden, wenn auch die beiden praktischen Unterrichtsteile absolviert worden sind!                                                 

Es gibt k e i n e   Ausnahmeregelung! 

 

Wir konnten einige Male den Unterricht über Videokonferenzen am Bildschirm verfolgen und haben im Nachgang mit Anbietern gesprochen:

Redaktion:  Wie war denn die Nachfrage zu dieser Unterrichtsform?

Anbieter Fischerkurs-Oberpfalz:

Die Nachfrage besteht,  da viele im Lock-Down Zeit haben. Die letzten beiden Kurse(November und Januar) waren aber eigentlich als Präsenzkurs gedacht  und wurden von uns in einen Online-Präsenzkurs aufgrund der Corona Bestimmungen umgewandelt.  Aber einige haben schon nachgefragt , wann wieder der reguläre Präsenzunterricht stattfinden kann.

Anbieter SAZ-Stiftland:

Überraschend gut! Unsere Anmeldephase war anfangs auf einen echten Präsenzkurs ausgerichtet. Während dieser Zeit wurde das Projekt für die Onlineausbildung ins Leben gerufen. Ab dem Zeitpunkt der Umstellung auf Online-Präsenz-Kurs ergab sich eine deutlich höhere Nachfrage, so dass wir zwei Online-Präsenz-Kurse in kürzester Zeit anbieten konnten.

 

Redaktion: Wie  haben Sie sich auf diese neue Art des Unterrichts vorbereitet, was mussten Sie gegenüber Ihrem bisherigen Unterricht ändern? 

Fischerkurs-Oberpfalz:

Viel ändern mussten wir eigentlich nicht. Lediglich mussten wir die technischen Voraussetzungen bei den Ausbildern schaffen:  Webcam, Headset, Computer und das Wichtigste  - genug Bildschirme  - damit wir alles im Blick behalten können.

SAZ-Stiftland:

Beruflich bedingt kannten wir bereits einige Videokonferenzanbieter und haben ab Mitte Oktober begonnen, in verschiedenen Testläufen die einzelnen Anbieter zu testen. Während unserer Testphase wurde uns dann klar, dass unser Konzept, welches wir seit einigen Jahren anwenden, ideal auch für Onlinekurse geeignet ist. So war die einzige Hauptveränderung nur der Wechsel von einem realen an einen virtuellen Ort.

 

Redaktion: Welche Befürchtungen gab es? Was ist eingetreten?

Fischerkurs-Oberpfalz:

Unsere Befürchtungen waren:

-Verbindungsabriss beim Ausbilder oder bei einigen Teilnehmern

-Probleme mit der Technik

-Probleme mit der Anwesenheitskontrolle

- Extreme Ablenkung der Teilnehmer da  sie zuhause sind

SAZ-Stiftland:

Unsere Befürchtungen waren, dass uns bereits angemeldete Leute abspringen und die Aufmerksamkeit der Teilnehmer im Online-Kurs geringer ist, als in einem echten Präsenzkurs. Ebenso waren wir skeptisch, ob wirklich alle Kursteilnehmer vor den Geräten bleiben und dabei auch wirklich dem Unterricht folgen. Und wieder war das Ergebnis überraschend positiv. Somit haben sich unsere Befürchtungen nicht bewahrheitet.

 

Redaktion: In bisherigen Präsenzkursen gab es immer einen regen (Fragen-)Austausch. Wie haben Sie das erlebt?

Fischerkurs-Oberpfalz:

Der Fragenaustausch war da,  aber im Vergleich zu einem normalen Präsenzkurs etwas weniger. Das konnte aber von unserer Seite durch gezielte Fragen und ggf. Umfragen gut ausgeglichen werden. Es fehlt einfach der persönliche , menschliche Kontakt, wie z.B. in den Pausen, in denen auch Privates geredet wurde und ggf. sich da manche getraut haben,  Fragen zu stellen.

SAZ-Stiftland:   

Geordneter! Den Teilnehmern war es jederzeit möglich, per Chat oder Handzeichen, Fragen zu stellen. Selbst der Austausch von Geschichten und Anekdoten, die das Leben eines Anglers prägen, kamen dabei keineswegs zu kurz.

 

Redaktion: Zur Durchführung des Online-Kursteils ist ein technischer Aufwand notwendig.                                War es für Sie schwierig? Was waren dabei die größten Probleme?

Fischerkurs-Oberpfalz:

Für uns war der technische Aufwand kein Problem,  da wir alle schon Kontakt  mit Online-Meetings hatten. Das größte Problem war nur die Übersichtlichkeit zu gewähren. Dazu benötigten wir drei Monitore. Ein Monitor für die Präsentation, einen für die Referenten- Ansicht und einen, mit welchem man die Teilnehmer im Blick hat

SAZ-Stiftland:

Nun, zunächst stand die Frage der Ausrüstung im Raum. Auf Grund unserer schon vorhandenen Technik mussten wir uns nur noch für einen Konferenzanbieter entscheiden. So stellte sich nur noch die Frage, ob die uns zur Verfügung stehende Internetbandbreite auch genügt, um einen reibungsfreien Ablauf einer Übertragung gewährleisten zu können. Dies stellte aber letztlich keine Schwierigkeit dar.

 

Redaktion: Den Teilnehmern ist ja bewusst, dass mit dem Online-Unterricht nur ein Teil der Ausbildung  erreicht wird – der praktische Teil in der Gerätekunde  und die Behandlung gefangener Fische – kann ja derzeit nicht vermittelt werden.  Welche Tipps geben Sie, damit Gelerntes nicht bis zur späteren Prüfung verloren geht?

Fischerkurs-Oberpfalz:

Unser Tipp war,  das Ganze wie in der Schule zu betrachten:  stetig am Ball zu bleiben und zu lernen, wie es einem am Besten passt. Sei es mit einer App, mit Büchern oder mit dem Prüfungsfragenkatalog.

SAZ-Stiftland:

Auch dafür haben wir vorgesorgt. Mit einem wirklich reichhaltigen und spannenden Angebot an Literatur, Videomaterialien und Lernsoftware haben wir unsere Kursteilnehmer eingedeckt. Damit können sie auf unterhaltsame Weise ihr Wissen bis zur Prüfung aufrecht erhalten. Weiterhin stehen wir unseren Kursteilnehmern jederzeit bei Fragen zur Verfügung und hoffen trotzdem, dass eine baldige Prüfung möglich ist!

Redaktion: Welche Vorgaben sollen die zukünftigen Vorbereitungskurse haben? Welche Erwartungen bzw. Vorschläge haben Sie an die Prüfungsbehörde?

Fischerkurs-Oberpfalz:

Ich würde mir sehr wünschen,  dass der Praxisteil verpflichtend weiter ausgebaut wird.  Nicht nur eine Einweisung, sondern auch zusätzlich die Handhabung -  sprich die Teilnehmer müssen mit den Ausbildern ans Wasser und dürfen unter Aufsicht angeln. Hier können sie besser lernen,  wie man mit dem Angelgerät, der Natur und das Wichtigste: wie man mit den Fischen unter realen Bedingungen ordnungsgemäß umgeht.

Dies würde sich aus meiner Sicht langfristig positiv auf die Bayerische Fischerei auswirken.

 

SAZ-Stiftland:

Für künftige Vorbereitungskurse sehen wir den Online-Kurs als eine bereichernde Alternative zu den bisherigen Präsenzkursen. Jedoch ist eine vernünftige praktische Ausbildung unerlässlich. Wir sehen daher das Modell des Online-Präsenz-Kurses als eine Chance den praktischen Anteil der Ausbildung zu verbessern und zu intensivieren.

 

Redaktion:  Vielen Dank für Ihre Ausführungen und Einblicke in die Online-Ausbildung.

Wir wünschen Ihnen weiterhin viel Erfolg!

 

Die aktuelle Information:

Da die Nachfragen zur Online-Präsenz-Unterrichtsform gestiegen sind, hat die Prüfungsbehörde nochmals die Möglichkeit eröffnet, an dem Pilotprojekt (geplantes Ende ist Oktober 2021) teilzunehmen.

Meldungen von Kursanbietern dazu müssen bis  13.2.2021 bei der Prüfungsbehörde eingegangen sein.

Kontakt:

Institut für Fischerei

 

https://www.lfl.bayern.de/ifi/fischerpruefung/index.php